WordCamp Vienna 2018 #WCVIE

Von 6. April bis 8. April 2018 fand an der Universität Wien das WordCamp Vienna 2018 statt. Dabei traf sich das who-is-who der zentral- und osteuropäischen WordPress-Szene. Als Sponsoren des WordCamp Vienna 2018 (#WCVIE) hatten wir die Gelegenheit, unsere SaaS-Lösungen DragDropr und SyncSpider an einem Messestand zu präsentieren. Ich war zusammen mit unserem N!N pro Geschäftsführer Norbert und meinem Kollegen Bernhard aus dem Design/Content vorort.

Während die beiden sich (dankenswerterweise) auf die Vorstellung der Tools fokussierten, konnte ich mir einige interessante Vorträge anhören. Doch bereits am Freitagabend waren wir in der Stiegl Ambulanz im Alten AKH beim Speakers Evening eingeladen und lernten dort die anderen Sponsoren sowie einige der Vortragenden vom Samstag kennen. Nach einigen (wohlbemerkt wenigen) Stiegl-Bieren kehrten wir in unser Hotel am Hauptbahnhof zurück, denn die Tagwache am Samstag war mit 6:30 doch relativ bald für ein Wochenende bemessen.

WordCamp Vienna 2018 #WCVIE

Der Vormittag am WordCamp Vienna

Nach dem nicht ganz problemlosen Aufbau des Messestandes (im Endeffekt aber nur Kinderkrankheiten) ging es zu den Opening Remarks von Denise VanDeCruze (die zum letzten Mal als Hauptorganisatorin des #WCVIE auftrat). In der Schedule hatte ich mir bereits im Vorhinein einige für mich spannende Vorträge auserkoren. Daher ging es direkt anschließend mit einem Vortrag von Franz Enzenhofer über einen pragmatischen Zugang zu SEO mit WordPress los. Besonders spannend hier folgende beiden Aussagen: „Categories in URLs are evil“ sowie „Don’t use TYPO3 – never do it“. Die Herangehensweise, minimalistisch mit nur einem SEO-Tool (Yoast) und einem Caching Tool (W3 Total Cache) an die SEO-Optimierung einer Website heranzugehen, ist zwar interessant, allerdings in der Realität kaum umsetzbar.

Zu wertvoll sind (zumindest für mich) populäre Plugins wie etwa der Google Tag Manager von Thomas Geiger oder Contact Form 7 (welche ich jeweils auf meiner Website verwende). Aber ich verstehe den Grundgedanken. Jedes Plugin verschlechtert die Grund-Performance einer WordPress-Instanz. Daher ist die Aussage, dass man jedes neu installierte Tool zumindest mit PageSpeed Insights abtesten sollte, bevor man es in der Liveumgebung einsetzt, absolut zutreffend. Nichts ist ärgerliches als ein halb-performantes Plugin, welches in seiner Freemiumgestalt die Leistung der Seite runterzieht.

Neues mit DSGVO und Gutenberg

Anschließend folgte für mich ein Vortrag von Clemens Graf über die DSGVO im Bezug auf Websites und Online Marketing. Der (kleinere) Saal C2 war dabei bis auf den letzten Platz gefüllt (manche Zuhörer mussten sogar stehen) – was mich persönlich nicht überraschte. Das Buzzword DSGVO zieht derzeit einfach (überall). Der Neuheitsgehalt war für mich persönlich aber eher knapp gemessen, das Briefing durch unseren Firmenrechtsanwalt sowie diverse andere Quellen (WKO, IT-Recht Kanzlei München) hat also seine gewünschte Wirkung gezeigt. Nähere Details will ich an dieser Stelle aus Eigenschutz jedoch nicht nennen. Ich bin kein Rechtsanwalt und kann daher auch keine Tipps geben oder Tricks verrateb. Fest steht nur: wer sich Mitte April 2018 noch keine Gedanken über die Datenschutzgrundverordnung gemacht hat, wird dies bis zum 25. Mai auch ziemlich sicher nicht mehr schaffen. Auf der N!N pro Website habe ich letztes Monat allerdings einen kurzen Guide zur DSGVO im Bezug auf Online Marketing verfasst, welcher an dieser Stelle erwähnt sein sollte.

Der Vortrag von Remus de Vries von YoastSEO über WP Gutenberg war zwar grundsätzlich interessant. Da zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht annährend fest steht, wann der revolutionäre Editor zum Grundbestandteil von WordPress werden wird, war die Wichtigkeit für die Aktualität eher noch niedrig bemessen. Allerdings haben wir nun in der Firma bereits eine Testinstallation des Editors, der in seiner Pre-Alpha-Version noch eher unbeliebt ist (und eine Bewertung von 2.6/5 aufweist) ;- )

Der Nachmittag am WordCamp Vienna

Nach einem veganen (oder vegetarischen?) Mittagessen (Curry in allen erdenklichen Variationen) ging es am Nachmittag mit einem anderen SEO-Thema weiter. Nämlich den Auswirkungen der Sprachsuche auf die Suchmaschinenoptimierung von Thomas Kloos. Unter dem Titel „Google ist auch nur ein Mensch“ wurde ein Einblick gegeben, wie Alexa, Cortana, Google Home und Siri unser Leben verändern. Sowie Abstraktionen hinsichtlich der Art und Weise, wie wir Dinge im Internet suchen (werden).

Links for SEO in 2018 klang vom Thema her interessanter als es im Endeffekt dann war. Christoph Cemper (der Gründer von LinkResearchTools) betrieb für meinen Geschmack etwas zu viel Eigenwerbung für sein Tool. Dieses ist mit einem monatlichen Preis von €359 in der niedrigsten Stufe für normale Unternehmen zudem einigermaßen unleistbar. Dennoch gab es interessante Einblicke in das Abwerten von Links und wie Penaltys von 301-redirecteten Seiten den Penalty auch auf die weitergeleitete Seite mitschleppen.

Last but not least ging es zu Irene Michl und ihrem Vortrag über Content Audits. Die Vorgehensweise mit Excel, Screaming Frog (ein Tool, das jeder SEO kennen sollte) und Google Analytics wurde von mir selber schon mehrfach angewendet. Daher war es für mich insofern spannend, wie Irene konkret vorgehen würde. Im Endeffekt gewann ich bei der Bewertung von Content einige neue hilfreiche Eindrücke und Herangehensweisen.

Zu guter Letzt – allgemein herrschte mittlerweile doch schon etwas Müdigkeit vor – wandte ich mich zum ersten Mal an diesem Tag dem technischen Track in der Aula zu. Christoph Daum (nein, NICHT der) referierte über Entwicklertools – dieser Vortrag ist praktischerweise auch als Blogeintrag auf seiner Website verfügbar. Während mir als Nicht-Serveradmin der erste Teil des Vortrags nicht so wirklich neue Erkenntnisse brachte (bzw. aus ?????? bestand), so gab es im Endeffekt doch einige praktische Tipps. Unter anderem hinsichtlich eines Zwischenablage-Tools namens Clipmenu sowie eines Tools, welches für Kunden von praktischem Nutzen sein kann (WhatsMyBrowser.org). Nämlich dann, wenn es visuelle Probleme mit einer Website gibt, oder vermeintliche Darstellungsprobleme nicht nachvollzogen werden können.

Resümee WordCamp Vienna

Zum ersten Mal in meinem Leben tauchte ich direkt in die Mitte der WP-Community ein. Der Sympathiefaktor der teilnehmenden Personen lag bei gefühlten 99% und die Organisation war hervorragend und fürsorglich. Für mich persönlich ist WordPress mittlerweile das mit Abstand beste CMS, weil es benutzerfreundlich, für SEO optimiert und schnell ist. Außerdem gibt es die mit Abstand meisten Plugins für alle erdenklichen Zwecke. Die Unterschiede zu TYPO3 und Magento (also den anderen beiden CMS, mit denen ich langjährige praktische Erfahrungen besitze) sind ziemlich groß. Aber für wohl 80% aller Standardprojekte ist mMn eine andere Lösung als WordPress (je nach Bedarf mit WooCommerce) over-the-top bzw. mit zu viel Komplexität verknüpft.

Ahja – eventuell sind wir bereits im Juni auf dem nächsten WordCamp verteten – nämlich auf dem WordCamp Europe 2018 in Belgrad. Ich persönlich könnte mir Schlimmeres vorstellen als ein Wochenende Mitte Juni in Serbien zu verbringen. Auch wenn ich von der südosteuropäischen Hauptstadt und dem Wetter wohl relativ wenig mitbekommen würde ;- )

 

Vergleich CMS TYPO3 WordPress

In meinem letzten Blogeintrag für N!N pro habe ich die beiden Content Management Systeme (CMS) TYPO3 und WordPress hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit, SEO und Shopfähigkeiten miteinander verglichen. Den gesamten Artikel findet ihr auf der N!N pro Website.

© 2018 – Gerald Emprechtinger – [email protected]